Verhütungsmittel

Mechanische Verhütungsmethoden

Kondom
Femidom (Kondom für Frauen)
Pessar (Diaphragma)
Lea Contraceptivum
Kupferkette
Portiokappe
Spirale
Verhütungsschwamm
Gleitmittel und Verhütung


Hormonelle Verhütungsmethoden

Pille
Minipille
Spirale
Implanon
Vaginalring
Verhütungspflaster
Verhütungsstäbchen
Pillen ohne Dickmacher
Dreimonatsspritze


Chemische Verhütungsmethoden

Zäpfchen, Salben und Gels
Vaginalfilm


Natürliche Verhütungsmethoden

Basaltemperaturmethode
Coitus interruptus
Kalendermethode
Mikrocomputer: Hormon- und Temperaturmessung
Natürliche Familienplanung
Stillen als Verhütung?
Symptothermale Verhütungsmethode (Rötzer-Methode)
Zervixschleim-Methode (Billings-Ovulationsmethode)


Sterilisation

Sterilisation der Frau
Sterilisation des Mannes


Kondom

Es besteht aus einem hauchdünnen, elastischen Gummi und ist in vielen verschiedene Varianten zu erhalten. Kondome können trocken, feucht, mit oder ohne Reservoir, mit bestimmten Aromen, verschiedenen Farben, Noppen und auch mit einer samenabtötender Schicht bestückt sein.

Anwendung:
Die Vorhaut des steifen Gliedes zurückziehen, das Kondom vorne ansetzen, den Zipfel vorsichtig zusammendrücken und dann das Kondom langsam nach unten abrollen. Beim Abstreifen daran denken es unten am Ring festzuhalten, damit nichts heraustritt. Nur einmal verwenden!

Wirkung:
Durch den Gummi wird der Austritt der Samenflüssigkeit in die Scheide verhindert.

Aufbewahrung:
Vorne Sonne schützen. Cremes oder Vaseline können das Kondom beschädigen. Nach Erreichen des Ablaufdatums unbedingt wegwerfen.

Vorteile:
Leicht zu handhaben.
relativ billig.
schützt sehr gut.
kein Eingriff in den weiblichen Zyklus

Mehr zum Thema:
Kondome kaufen muss nicht peinlich sein

Femidom

Das Femidom ist das Kondom für die Frau.

Anwendung:
Es wird in die Scheide eingeführt, der äußere Rand des Femidoms liegt dabei an den Schamlippen an.

Wirkung:
Der Samen wird aufgefangen und kann nicht in die Scheide gelangen da es wie ein Schlauch an der Scheidenwand anliegt und somit den Muttermund verschließt.

Vorteile:
Schutz vor Krankheiten
kein Eingriff in den weiblichen Zyklus
wie das Kondom


Nachteile:
komplizierte Anwendung
schwer erhältlich


Diaphragma

Das Diaphragma ist eine halbrunde Gummikuppel aus Latex mit einem elastischen Metallring. Da es unterschiedliche Größen gibt, wird es vom Frauenarzt eingepasst.

Anwendung:
Es wird mit den Fingern oder einem Einführungsstäbchen eingeführt. Bevor es eingesetzt wird, muss es mit einer samenabtötenden Creme bestrichen werden. Höchstens zwei Stunden vor dem Sex einführen. Es muss mit seinem vorderen Rand hinter dem Schambein anliegen. Der hintere Rand deckt den Muttermund ab. Achtung! Vor jeder neuen Benutzung muss die Creme wieder aufgetragen werden.

Wirkung:
Es ist eine Art Schutzwall gegen die Samen die zum Mutermund wollen. Sechs bis acht Stunden nach dem Geschlechtsverkehr darf es erst entfernt werden.

Vorteile:
kein Eingriff in den weiblichen Zyklus


Nachteile:
teuer
Anwendung nur für Geübte geeignet
kein Schutz vor Aids
manchmal Nebenwirkungen wie Brennen und Juckreiz durch die Creme


Lea contraceptivum

Es besteht aus Silikon, ist tassenförmig, besitzt ein innenliegendes Abflussventil und eine Kontrollschlaufe.

Anwendung:
Wird ähnlich wie ein Tampon in die Scheide eingeführt.

Wirkung:
Es umschließt den Muttermund. Das Ventil sorgt für den Abfluss des Schleims. Es kann bis zu 48 Stunden getragen werden. 8 Stunden nach dem Verkehr kann es herausgenommen, gewaschen und wieder benutzt werden.

Vorteile:
lange Nutzungsdauer
kein Eingriff in den weiblichen Zyklus
verlässlich


Nachteile:
für den Partner spürbar
Austausch nach spätestens 9 Monaten
kein Schutz vor Aids


Pille

Die Pille besteht aus Östrogen und Gestagen. Es gibt Einphasen-, Zweiphasen-, Dreiphasenpillen und eine Minipille.
Anwendung:
Sie muss jeweils 21 Tage lang eingenommen werden mit Beginn der Regel. Danach erfolgt eine Pause von 7 Tagen während der Regelblutung. Innerhalb von 12 Stunden muss eine eventuell vergessene Pille nachgenommen werden um noch einen Verhütungsschutz zu gewähren. Ebenso bei Erbrechen oder ähnlichem.

Wirkung:
Das Östrogen verhindert das Heranreifen des Eis und verhindert den Eisprung. Das Gestagen lässt den Schleimpfropfen im Gebärmutterhals für den Samen undurchlässig werden.

Vorteile:
hohe Sicherheit bei regelmäßiger Anwendung
eventuelle Verringerung der Schmerzen bei Regelbeschwerden
Verringerung der Regelblutung


Nachteile:
durch Krankheit, Erbrechen kann sie wirkungslos werden
kein Schutz vor Aids
teuer
Nebenwirkung sind möglich (Gewichtszunahme, Migräne... siehe Beipackzettel)


Spirale

Spiralen können aus Kupfer oder Plastik bestehen und es gibt ebenfalls Hormonspiralen. Sie besitzen am Ende Nylonfäden, die zur Kontrolle der Lage dienen.

Anwendung:
Sie wird vom Frauenarzt mit einem Einführungsröhrchen in die Gebärmutter eingeführt. Dort entfaltet sie sich sobald das Röhrchen entfernt wird. Dann werden die Fädchen gekürzt.

Wirkung:
Die Geschwindigkeit der Samen wird bei Kupferspiralen gebremst und somit der Eintritt in die Eileiter verhindert. Hormonspiralen verhindern den Aufbau der Gebärmutter.

Vorteile:
sichere Verhütungsmethode


Nachteile:
Wirkung auf den Körper
Ein Verrutschen ist möglich
kein Schutz vor Aids
Nebenwirkungen sind möglich (Unterleibsschmerzen, verstärkte Monatsblutung)


Implanon

Das Implanon ist ein kleines (nur wenige cm lang und 1-2 mm dick) dünnes Kunststoffstäbchen,dass das Hormon Etonogestrel enthält.

Anwendung:
Es wird an der Innenseite des Oberarms unter die Haut eingeführt!

Wirkung:
Es hemmt den Eisprung durch Veränderung des Gebärmutterschleimes.

Vorteile:
lange Wirkungszeit: bis zu 5 Jahre
sehr sicher
besitzt keine Oestrogene
ist für jede Altersklasse geeignet


Nachteile:
kann zu Akne führen
unregelmäßige Blutungen sind möglich
teuer ca. 300 €


Zäpfchen, Salben und Gels

Diese Dinge bestehen aus chemischen Substanzen.

Anwendung:
Zehn Minuten vor dem Eindringen des Penis wird das Zäpfchen in die Scheide eingeführt. Vor jedem weiteren Geschlechtsverkehr muss es wiederholt werden.

Wirkung:
Das Mittel löst sich in der Scheide auf verbreitet sich und tötet die Samenzellen ab. Die Wirkung hält ungefähr eine Stunde an.
Wenn man Salben oder Cremes benutzt muss man darauf achten ob sie ein Kondom schädigen können!

Vorteile:
hemmt Krankheitserreger
kein Eingriff in den weiblichen Zyklus


Nachteile:
unsicher
teuer
kein Schutz vor Aids
Nebenwirkungen sind möglich (Jucken, Brennen)


Temperaturmethode

Mit Hilfe eines Thermometers wird die Temperatur gemessen und in sogenannte Kurvenblätter eingetragen.

Anwendung:
Die Temperatur wird jeden Morgen im Bett, zur gleichen Zeit und an der selben Stelle (!) gemessen, da man mindestens 6 Stunden lang vorher Ruhe braucht. Dies geschieht im Enddarm, in der Scheide oder im Mund. Die Messwerte werden eingetragen.

Wirkung:
Die unfruchtbaren Tage werden mit dieser Methode bestimmt. Nach dem Eisprung bildet sich das Gelbkörperhormon, was die Temperatur ansteigen lässt. Ist die Temperatur 6 Tage niedrig und dann 3 Tage lang um ca. 0,2 Grad ansteigt oder gar nicht ist kein befruchtungsfähiges Ei mehr da. Das ist der Beginn der unfruchtbaren Phase.

Vorteile:
keinen Einfluss auf den Körper
keine Nebenwirkungen


Nachteile:
Muss regelmäßig gemacht werden
nur bei ausgereiften Frauen wirklich aussagefähig
kein Schutz vor Aids


Schleimstrukturmethode

Man verwendet wie bei der Temperaturmethode ein Kurvenblatt zum Eintragen.

Anwendung:
Es wird einmal täglich etwas Schleim vom Scheideneingang oder Muttermund entnommen (immer von der gleichen Stelle).

Wirkung:
Die Farbe und die Beschaffenheit des Schleims werden überprüft und in das Kurvenblatt eintragen. Ist der Scheideneingang trocken (nach der Menstruation), ist die Frau unfruchtbar. Ist der Schleim klebrig und zäh ist die Frau leicht fruchtbar. Ist der Schleim feucht und leicht gelblich ist die Frau fruchtbar. Ist der Schleim rollbar zu kleinen Fäden ist die Frau extrem fruchtbar. Vier Tage nach dieser extrem fruchtbaren Phase wird die Scheide wieder trocken und die Frau ist wieder unfruchtbar.

Vorteile:
keinen Einfluß auf den Körper
keine Nebenwirkungen
kein Eingriff in den weiblichen Zyklus


Nachteile:
muss lange Zeit angewandt werden
Verfälschbar durch sexuelle Ausflüsse
kein Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten und AIDS


Sterilisation

Die Sterilisation soll die Fruchtbarkeit bei Mann oder Frau für immer beenden. Sie ist beinahe zu 100% sicher. Es gibt leider auch einige Ausnahmen. Damit man sich nicht zu früh für diesen Schritt entscheidet sollte man mindestens 30 sein und schon Kinder haben.

Sterilisation des Mannes

Sie wird auch Vasektomie genannt und wird ambulant vorgenommen. Der Hodensack wird desinfiziert und betäubt. Die Samenleiter werden an der Stelle durchgeschnitten, an denen sie vom Hoden in den Penis übergehen. Unter den Schnittstellen werden sie dann wieder vernäht. Der Eingriff dauert nicht mehr als eine halbe Stunde und der Mann kann kurz darauf die Arztpraxis wieder verlassen.
Leichte Nachblutungen sind möglich! Im Ausstoß bei der Ejakulation fehlen jetzt die Samenzellen. Es entstehen keine körperlichen Potenzprobleme. Er ist aber nicht gleich unfruchtbar, da sich noch Samenzellen im Eileiter befinden. Diese müssen erst ausgestoßen werden. In seltenen Fällen wächst der Samenleiter wieder zusammen.

Sterilisation der Frau

Sie wird unter Vollnarkose durchgeführt. Entweder werden die Eileiter durch einen Schnitt in die Bauchdecke freigelegt oder es wird von der Vagina aus operiert. Die Eileiter werden durchgeschnitten oder manchmal auch durchgebrannt. Achtung! Die Sterilisation besitzt alle Risiken die bei einer Operation mit Narkose auftreten können. Die Eierstöcke, Gebärmutter und die Scheide sind nicht betroffen. Die Menstruation erfolgt auch weiter, wie der Eisprung, nur dass das Ei die Gebärmutter nicht mehr erreicht. Sie ist im Gegensatz zur Sterilisation des Mannes sofort wirksam. Manchmal muss zusätzlich noch die Gebärmutter entfernt werden, wenn durch Entzündungen Verwachsungen aufgetreten sind.