Atemzeit.. - Teil 26

Autor: Caprice
veröffentlicht am: 08.09.2012


„Was du nicht sagst.“ Schnaubte ich. Throne zog eine Augenbraue hoch und drehte mir den Rücken zu. „Das wird sie nicht zurück bringen.“ Ich ließ den Kopf hängen. „Warum hast du mir das nicht alles früher erzählt?“ Fragte ich und blickte in seine weichen, himmelblauen Augen. „Was meinst du?“ „Na, mit Michael und den anderen. Du wusstest die ganze Zeit, was sie vorhatten. Du hättest mich warnen können, oder zumindestens verhindern, dass wir das Dorf der Ältesten je erreichen.“ „Wer sagt, dass ich das nicht habe?“ Ich zog eine Augenbraue an. „Ich habe das Portal blockiert.“ Sagte er ruhig und ließ seinen Blick in den Horizont schweifen. „Aber sie haben es erfahren und meine Blockade gelöst. Das von Michael, Zadkiel und Raziel habe ich erst erfahren, als ihr hier gelandet seid. Sie haben dich von ihnen getrennt. Von dort an, war mir klar, dass irgendetwas nicht stimmte. Deshalb habe ich dich gesucht, um mich davon zu überzeugen, dass du keine Ahnung von ihren Plänen hattest und ich hatte recht.“ Er senkte die Lider und seufzte tief. Okay, das klang ehrlich. Ich weiss nicht warum, aber ich glaubte ihm. „Was schlägst du vor?“ Frage ich und lege den Kopf schief. „Wir holen sie uns zurück und finden eine Möglichkeit, die Karte zu zerstören- ohne, ihr dabei zu schaden.“ Gab er mit einer Samtheit zurück, die mich zuversichtlich ließ. Dann beugte er sich zu mir und hielt mir seine Hand hin. Mit einem Ruck, wurde ich zurück auf die Beine gestellt. Er legte den Kopf zur Seite, sah zu mir auf und tippte mit dem Finger auf meine Stirn. „So ist es besser,“ sagte er anschließend und lächelte. Dass war das erste mal, dass er lächelte, denke ich beiläufig und streiche mir über Haaransatz und Schläfe. Meine Kopfverletzung war verschwunden und mit ihr, die Schmerzen. „Danke!“
„Nicht dafür.“ Eine Ewigkeit schien zu vergehen, während wir nach einer Lösung suchten, Caprice vor Himmel, Hölle und Dunkelheit zu bewahren. Ab einem Gewissen Punkt, mussten wir uns eingestehen, dass es nicht einfach werden wird und wir Hilfe brauchten. Die Art von Hilfe, die uns beiden, bewusst, erst zum Schluss, in den Sinn kam. „Bereit?“ Throne wirkte einen Moment verunsichert. Aber es hielt nicht lange. Er nickte und schloss seine Augen, als ich das Messer in seine Hand gleiten ließ. Nur ein feiner Schnitt, das war alles. Er formte eine Faust, während ich den rostfarbenen Tonkrug unter seiner Handfläche platzierte. Ein paar Tropfen genügten. „Okay, ich denke das reicht.“
Er nahm den Ärmelbund seines Gewand´s und umschloss ihn, um die blutverschmierte Stelle in seiner Hand. „Und das funktioniert auch?“ Frage ich skeptisch und stelle den Krug in die Mitte des sternförmigen Zirkels, den Throne zuvor auf die Erde gezeichnet hatte. „Ja, aber du solltest vielleicht ein Stück zur Seite treten.“ Immer noch misstrauisch, tue ich ihm den gefallen. Er stellte sich an die Zirkelspitze und warf mir einen zuversichtlichen Blick entgegen, der mich hoffen ließ. Dann faltete er seine Hände über dem Stern aus und senkte den Kopf. „Ego obtestat te Luke com citro intra medietas sine serpens vires.“ “Ego obtestat te Luke com citro intra medietas sine serpens vires.” Ein purpurner Lichtstrahl schoss aus dem Inneren des Tongefäßes, das plötzlich wild zu wackeln- und zu vibrieren begann. Throne murmelte die Worte erneut. „Ego obtestat te Luke com citro intra medietas sine serpens vires.“ „Gleich habe ich ihn.“ Stöhne er schief und presste seine Lider noch fester und aufeinander. Ich legte den Kopf schräg und starrte angespannt auf das Gefäß, das rissig wurde, bevor es schließlich, klirrend, in Einzelteile zerbars. Throne machte einen Satz nach hinten und blickte anschließend, nervös, in der Lagerhalle umher. Ein monotones Klatschten erfüllte die Stille. Ich drehte mich zu der Quelle des Geräusche´s um. „Bravo Jung´s! Großes Kino. Ich bin beeindruckt!“ Sagte der dunkelhaarige Mann und klatschte erneut in die Hände. Er trug einen nachtfarbenen Anzug mit passender mattschwarzer Krawatte. „Luke!“ Hauchte Throne und spannte seine Gesichtsmuskeln an. Seine Augen wurden resignierend schmal. „Bingo! Wen hast du erwartet? Den Weihnachtsmann?“ Er lachte laut und stolzierte geschmeidig auf uns zu. „Also,“ murmelte er, als er uns gegenüberstand. Throne knirschte mit den Zähnen. Er wirkte völlig verkrampft und sah so aus, als müsse er sich ernsthaft zurückhalten, Luke nicht auf der Stelle anzugreifen. Luke zog eine Augenbraue, die dick und borstig waren, hoch. „Ich bin neugierig Jung´s! Was können zwei Engel in dieser gottverlassenen Stadt, an dem diesem gottverlassenen Ort, von einem Dämon, das bin ich...“ Er machte eine arrogante, selbstverliebte Handbewegung zu sich selbst. “...wollen? Hat euer Daddy euch nicht beigebracht, dass es unsittlich ist, sich mit den falschen Leuten abzugeben?“ „Immer für Scherze offen, wie ich sehe.“ Sagte Throne herablassend und bohrte seinen Blick, drohend, in Luke´s Gesicht. „Okay, okay, verstehe schon. Daddy hat euch rausgeschmissen und jetzt kommt ihr zu mir und wollt um Hilfe betteln.“ Er legte seine Hände zusammen, als wolle er einen Deal aushandeln. A là, seine Freiheit für, was auch immer Throne verlangte. „Nicht ganz richtig. Wir wollen, dass du etwas für uns findest.“
„Hmm, und was könnte das wohl sein!?“ Sagte er hochnäsig und umfasste sein Kinn, als müsse er erst darüber nachdenken. „Es ist eine Karte.“ Sagte Throne selbstsicher und lächelte schmal. Luke wurde plötzlich hellhörig, als ahne er bereits, was Throne von ihm verlangen würde. „Du sprichst nicht etwas von der Karte!?“ In seiner Stimme lag eine Prise Verunsicherung, hinter dem arroganten, rauchigen. Seine Stirn zog sich faltig zusammen, während er die Antwort abwartete, die er bereits wusste. „Genau die Luke, genau die.“






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