A Ghost story - Teil 14

Autor: Celithizia
veröffentlicht am: 21.04.2012


Ich wusste nicht, wie lange wir schonwieder unterwegs waren, aber eines war mir klar: Meine Füße brannten wie Feuer!
Und das war keineswegs eine Untertreibung!
Lucya dagegen schien überhaupt keine müdigkeit zu verspüren. Sie ging weit vor uns, fast so als wollte sie signalisieren, das sie mit uns nichts am Hut hatte.
Warum nur war sie so abweisend uns gegenüber?
"Können wir nichtmal kurz eine Pause einlegen?" fragte ich leise an Lucien gewandt, doch ehe er antworten konnte, stand Lucya schon bei uns.
"Eine Pause? Die Red Lady macht auch keine Pausen!" erklärte sie wütend, und mit einem Kopfschütteln entfernte sie sich langsam wieder von uns.
"Und so etwas nennt sich Auserwählte.." hörte ich sie noch leise vor sich hinsagen.
Treave hatte von dem ganzen Theater nichts mitbekommen.
Plötzlich blieb er stehen. Auch Lucya erstarrte. "Riecht ihr das?" fragte sie leise. Ich schnupperte in der Luft.
Hm, also ich konnte keine Veränderung feststellen.
"Taraphs..." erwiederte Treave mit ernstem Gesichtsausdruck. Wie bitte, das hatten sie gerochen?
"Wo denn?" fragte ich unsicher, Lucya verdrehte nur die Augen. Mann, konnte sie das nichtmal lassen?
Doch nun zeigte sie in den Wald hinein. Ich folgte ihrem Finger mit meinem Blick und sah eine kleine Kreatur auf dem Boden hocken.
"Lasst uns kurzen Prozess machen, wir müssen weiter." sagte Treave und griff nach seinem Schwert. Moment, es sah aus wie ein Jungtier!
Ich packte auf seine Hand und hielt sie fest.
"Warte, es ist ein Baby! Und es hat uns nicht angegriffen.." setzte ich mich für das junge Taraph ein.
Treave schüttelte nur ungläubig den Kopf. "Candy, Baby hin oder her, es ist ein Monster! Alle Taraphs stehen unter der Kontrolle der Red Lady." erklärte er, doch ich hörte nicht auf ihn.
Stattdessen ließ ich seine Hand los und ging in den Wald hinein, auf das Taraphbaby zu.
Lucien griff nach meiner Handund wollte mich aufhalten, doch ich schüttelte sie ab.
Vorsichtig ging ich auf das Baby zu, doch es machte keinerlei Anstalten, mich anzugreifen.
Auch wenn es noch ein sehr junges Tier war, so hatte es schon die Größe eines ausgewachsenen Bärens.
Ich schluckte.
Dann bemerkte ich jedoch eine Blutspur auf dem Boden."Es ist verletzt!" rief ich den anderen über die Schulter hinweg zu, doch sie rührten sich nicht.
Vorsichtif ging ich etwas näher heran. Da sah ich es. Die Pfote des Jungtieres war blutig, offensichtlich eine Schnittwunde.
"Pschhhht.." beruhigte ich es, während ich ein Stück von meinem Kleid abriss. Dann begann ich vorsichtig, es um die Pfote zu wickeln.
"Danke.." hörte ich plötzlich eine Stimme. Ich sah mich erschrocken um und stellte dann überrascht fest, das das Taraphbaby anscheinend unsere Sprache sprechen konnte!
"Kan..kannst du aufstehen?" fragte ich während ich ihm unter den Bauch fasste um ihn zu stützen.
Mühsam rappelte er sich auf.
Dann gingen wir gemeinsam zu den anderen. Als ich mit dem Taraph zurückkam, zog Treave sofort sein Schwert.
"Nicht!" rief ich, und er zögerte kurz. "Es..es spricht unsere Sprache!" erklärte ich. Lucien zog eine Augenbraue hoch.
Da begann das Taraph auch schon zu reden.
"Mein Name ist Kahn.." begann er. "Ich wurde.. von meinem Rudel verstoßen, weil ich mit euch reden kann.." erklärte Kahn.
Luciens Blick wurde weicher, auch Treave entspannte sich sichtlich und steckte sein Schwert weg. Nur Lucya behielt ihren misstrauischen Ausdruck auf dem Gesicht.
"Das ist sehr selten, aber ich habe auch schon davon gehört.." erzähle Treave.
Sofort kam mir eine Idee. "Kann Kahn nicht mit uns kommen?" fragte ich.
Lucien holte Luft, um etwas zu erwiedern, als Kahn sich einmischte.
"Wie, mitkommen? Wo wollt ihr denn hin?" Ich mochte ihn, er schien genauso verpeilt zu sein, wie ich.
Treaves Gesicht nahm wieder diesen Ausdruck an, den ich so hasste. Den "Weißt-du-wer-sie-ist?" Ausdruck. Gleich würde die Bombe mal wieder platzen.
"Wir sind auf dem Weg, die Red Lady zu stürzen. Sie ist die Auserwählte!" sagte er stolz. Kahn sah mich ungläubig an, und Lucya drehte nur mit einem "Pah!" den Kopf weg.
"Wirklich?" fragte er ehrfürchtig. Ich nickte nur leicht.
Wieso war das für alle nur so eine Überraschung?
"Dann würde ich gerne mit euch kommen." erwiederte Kahn glücklich.
"Na toll, noch so ein Klotz am Bein.." murrte Lucya vor sich hin, aber ich versuchte, sie zu ignorieren.
Allerdings konnte ich sehen, wie am Horizont langsam die Sonne unterging. Wir sollten uns wirklich langsam einen Schlafplatz für die Nacht suchen...





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