Streit in der Beziehung

Funkstille ist gleich Beziehungschaos?

Oft hört man von Paaren, die sich seit vielen Jahren kennen, dass sie sich blind verstehen. Sie wüssten, was der andere gerade denkt und fühlt. Doch was ist, wenn die anfängliche Kommunikation in einer Partnerschaft einem monotonen Schweigen weicht? Ist Schweigen wirklich Gold in einer harmonischen Beziehung?

Ist die rosarote Brille erst mal abgelegt und hat sich die flauschige Verliebtheitswolke verzogen, geht es in einer Beziehung ans Eingemachte. Man lernt sich und den Partner besser kennen, es wird harmonisch und die aufregenden Abende in Bars und Restaurants weichen gemütlichen Fernsehabenden zu Hause. Doch genau hier tritt bei vielen Paaren die große Funkstille ein. Besonders beim Thema Kommunikation unterscheiden sich die Geschlechter stark. Während Frauen ihre Probleme am besten lösen, indem sie mit anderen darüber sprechen, sind Männer in Stresssituationen eher in sich gekehrt und wollen nicht über Unstimmigkeiten sprechen.

Was denkst Du gerade?

Aber nicht jede Funkstille muss gleich das Ende einer Beziehung bedeuten, es kommt immer darauf an, wie die Gespräche verlaufen. Wer täglich mit seinem Partner den vergangen Tag bespricht, der wird schnell merken, dass diese Unterhaltungen eher an der Oberfläche kratzen. Wer aber in einer Beziehung auch mal in die Tiefe gehen kann und verschiedene Themen diskutiert, der wird feststellen, dass eine kurzfristige Funkstille kein Alarmzeichen ist. Aber dennoch gilt: wer sich nichts mehr zu sagen hat, der sollte mal einen Blick hinter das Schweigen werfen.

Hat der Partner gerade viel Stress im Beruf oder einen familiären Verlust erlitten, bedeutet ein Schweigen: Lass’ mich erst mal in Ruhe, ich möchte selbst damit klar kommen. Hier gilt es also den richtigen Moment abzuwarten und erst dann das Gespräch zu suchen. Scheint aber alles in bester Ordnung zu sein, die Gespräche beim Abendessen wollen aber dennoch nicht so richtig anlaufen, dann sollten sich beide Partner zu einer ausführlichen Unterhaltung überwinden.

Und Reden ist doch Gold

Duft 1Kommunikation in einer Beziehung ist wichtig, einige Psychologen sind sogar der Meinung, es sei die Basis einer jeden Partnerschaft. Wer seine Probleme in einer Partnerschaft teilt, der zeigt Vertrauen und Respekt. Aber auch ein handfester Streit in der Beziehung gehört zu einer gesunden Kommunikation. Zuweilen ist es wichtig, mal Dampf abzulassen und Dinge anzusprechen, die man in der Beziehung als störend empfindet. Doch wer mit der Tür ins Haus fällt, der stößt mit Sicherheit auf verschlossene Türen. Gibt es Probleme, die unbedingt geklärt werden müssen, sollte das in einem ruhigen Moment passieren. Zwischen Tür und Angel entsteht nur ein Konflikt, dessen Grundlage dann gar nicht geklärt werden kann. Aber streiten heißt nicht: Wer laut ist hat Recht. Haltlose Vorwürfe und lautes Schreien bewirken oft das Gegenteil, nämlich noch mehr Unstimmigkeiten. Sich streiten bedeutet auch, dem anderen zuhören und dessen Argumente abwägen.

Keine Beziehung basiert auf einer endlosen rosaroten Wolke und nicht immer ist alles harmonisch. Aber gute Gespräche oder auch mal ein ausgewachsener Streit verbinden die beiden Partner und schaffen so eine solide Basis für eine harmonische und glückliche Beziehung. Denn zum Schluss haben doch beide gewonnen, denn nach einem Streit folgt immer eine Versöhnung.
Foto: Flickr - LyndaSanchez / CC BY-SA 2.0