Deine Liebesgeschichte 704





Strange Happening

An dem Abend, in dem ich in die kühle Dunkelheit verschwand, wusste ich nicht, wie verlogen es zuweilen sein kann, selbst mit mir. Meine beste Freundin wünschte mir einen schönen, restlichen Abend - dann ging ich nach Hause.
Ich dachte mir nichts dabei, marschierte durch die Straßen und war betrübt - ob es am Wetter lag?

Es regnete in strömen. Ich war vollkommen durchnässt. Meine Kleidung konnte ich im Kompletten ablegen.
In meinem Zimmer fiel mein Blick auf ein Bild - unser gemeinsames Klassenfoto von vor fünf Jahren.
Ja, die Zeit verändert so Einiges - selbst uns.

Inzwischen hatte sich Einiges verändert. Alle sie hatten ihre wahre und große Liebe gefunden, alle sie.
Ob Amanda, Ashley oder Asula - sie waren alle drei fest vergeben.
Vielleicht hing es damit zusammen, dass mein Name mit dem letzten Buchstaben des Alphabetes anfing - verrückt, ja, ich weiß.

Nachdem einige Wochen vergangen waren, fand ich mich auf einer Geburtstagsfeier wieder. Partys sind toll, vor allem, weil sie von eigenem Kummer ablenken.
Ich lachte und hatte viel Spaß - ja, es war toll.

Plötzlich funkte es.
Ich sah ihn und es war aus. Diese verfluchten Schmetterlingsgefühle benebelten meinen Verstand - ich war nicht mehr Herr meiner selbst.
Ich konnte es nicht lassen, ihn anzusehen. Ich wollte ihn anschauen, gleichzeitig hasste ich mich auch dafür.

Später kam der Schock, aber ich nahm es - erstaunlicherweise - Recht nüchtern auf.'Und das ist Joshua, mein Freund.', stellte mir Ashley vor, die Geburtstag hatte.'Aha.', war das Einzige, was ich herausbrachte. Im nächsten Moment kam ich mir schrecklich vor und fühlte mich so mies. Ich wollte nur noch erbrechen und musste raus.

Draußen hasste ich mich so. Ständig verliebte ich mich in Kerle, die vergeben waren oder in wen anders verliebt waren.
Harte Welt!

Die nächsten paar Wochen ereignete sich nichts Großartiges. Ich besuchte die Schule, machte Hausaufgaben und kümmerte mich um meine kleine Schwester, Kassandra.

Einmal, es war mitten im Sommer, nahm ich sie in den Park, nach draußen. Sie spielte mit einem Nachbarmädchen, Linda, während ich mich mit meiner Freundin, Amanda, unterhielt.Sie riet mir, mich mit Ash auszusprechen, doch ich konnte nicht.
Plötzlich nahm ich jemanden wahr, neben mir, also drehte ich meinen Kopf in die Richtung und wäre fast erstarrt.

Ein gezwungenes Lächeln und ein ebenso mühevolles 'Hallo.' Genügten dann auch, um den Kerl mächtig zum Grinsen zu bringen - was wollte er?
Ich sah ihn fragend an und stellte die Frage auch sofort.
'Nichts. War nur unterwegs und hab euch zufällig gesehen.' - 'AHA.'
Er setzte sich neben mich, auf die Bank.

Drei Tage später erfuhr ich von Ashley, dass das ‚AUS' unmittelbar bevorstand. Ich hasste mich so dafür, weil mein Herz Luftsprünge machte.
'Echt? Wieso?'
Für diese neugierigen Fragen könnte ich mich selbst ohrfeigen. Hallo? Meine Freundin brauchte seelischen Beistand und anstatt ihr mal die Haare zu streicheln oder sie zu trösten, verhöre ich sie kurz mal?!
'Er hat gesagt, es ist nicht mehr, wie früher.'
Sie heulte sich bei mir aus. Wahrscheinlich genau das Richtige. So was hatte ich echt verdient.
Ich hasste mich.

Zwei Tage danach hatten wir eine Theateraufführung. Ach ja: Ich spielte mit. Ich hatte den größten Part und musste sowohl als Erzählerin, als auch als Souflörin agieren - es war super.Nach dem Theaterstück entdeckte ich ihn - mitten im Publikum.

'Huch? So ein Zufall? Du warst toll.'
Das kam von ihm - scheinheiliger ging es doch wirklich nicht, oder?
Ich stellte mich taub und schenkte ihm keine Beachtung.
Klar. Er interessierte mich schon, auf irgendeine Art und Weise und er faszinierte und fesselte mich regelrecht, aber so mit meiner Freundin umzugehen, das geht dann doch so weit - und wäre er der reichste und berühmteste Klon von George Clouny.

'Hey. Warte doch mal.'
Damit dackelte der Idiot doch tatsächlich hinter mir her - Ironie.
'Was gibt's? Was hast du zu deiner Verteidigung zu sagen, Kasanover? Nein, halt mal - wahrscheinlich hast du eine Art Doppelbe…' - 'STOP!!'
Ahja - sehr effektiv.
Er hatte die Hände wild nach oben gerissen und mich angeschrien. Ich zuckte leicht zusammen und verstummte sofort.
'Hör mir zu.' - bin ich hier für jeden eigentlich der Psychologe?

Er erzählte mir seine ganze Geschichte.
'Verstehst du? Und deshalb…' - 'Schon klar.'
Er hatte mir gesagt, dass er eigentlich nur in den Park kam, weil er hörte, dass Amanda auch dort war und das Theater wollte er sehen, weil - genau, Amanda.
Er hatte sich volle Kanne in meine Freundin verliebt - Schicksal? Na ja, ich weiß nicht.

Warum der Typ ausgerechnet mich ansprach, weiß ich nicht. Habe ich irgendwas auf der Stirn stehen? Na ja, egal.
Auf jeden Fall funkte es irgendwann zwischen den beiden und ich durfte zum zweiten Mal hautnahe erleben, wie schmerzhaft Liebe sein kann. Vielleicht ist mir die gute Seite von ihr einfach nicht vergönnt - habe vielleicht ein schlechtes Karma oder habe früher Sünden begangen.
Keine Ahnung.

Das Ganze ist sehr lange her, doch der Anlass für diese Erzählerei kommt erst noch:Vor zirka zweieinhalb Jahren rief der Typ eines Abends an - meine Nummer hatte er von Amanda (mit der er frisch zusammengekommen war) - und redete.
'Hi, na?' - 'Na?'
Und so entwickelte sich ein Gespräch.

'Uuua.', machte er.
'Was ist denn jetzt los?'
'Ich hab eben einen Blick auf die Uhr geworfen.'
'Sehr gut.', meinte ich, um mal selbst einen Blick darauf zu riskieren, 'hoppla...'
'Tja, das kannst du laut sagen.', meinte er.
'Uuuuh.', machte ich nur erschrocken und wir legten auf.

'Hallo?' - 'Hallöchen, hier ist Ihr Traummann, Ihre persönliche Glücksfee, Sie müssen lediglich…' - 'Auflegen, wenn du nicht vernünftig redest, *Name*'
Er hatte mich am folgenden Tag doch tatsächlich wieder angerufen.

Eine Woche ging das so.
'Du? Sag mal...' - 'Ja?'
Ich hielt einen Moment inne, um zu überlegen, wie fragen, ohne dass der Kerl sich etwas Falsches einbildete sich beziehungsweise etwas Falsches dachte.
'Wieso machst du das?' - 'Was?' - 'Die Anruferei. Ich mein, hast du nichts Besseres zu tun?'
Er lachte. 'Soll ich dich etwa in deinem Selbstmitleid versinken lassen? Ich will da sein, für dich.'
Theatralisch sagte er noch irgendwelchen Schwachsinn auf, bevor er halbwegs ernsthaft äußerte: 'Amanda hat gesagt, du brauchst Beistand. Du zeigst das nicht, aber dass deine Mutter nicht mehr da ist, nimmt dich schon mit, oder?'
Ich legte auf. Was bildete der Kerl sich ein?

Nach zwei Wochen begegneten wir uns - von dem Vorfall bis zu jenen Tag hatten wir uns nicht gesprochen.
'Hey Zizilia.', sagte er, 'hey, warte.'
Und schließlich holte der Trottel mich ein und textete mich mit Irgendwas zu.

Als er so neben mir herging und mit allen Mitteln versuchte, meine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, kam ich mir an seiner Stelle so dämlich und beschämt vor, dass ich total laut lachen musste. Sein Blick darauf war Gold wert.

Von Zeit zu Zeit begegneten wir uns und es war immer wieder total witzig.
Einmal meinte er: 'Das steht dir.'
Ich sah ihn mit hochgezogenen Augenbrauen an.
'Dieses Lächeln - so unbekümmert.'
Ich verdrehte nur die Augen und seufzte, drehte mich zum Gehen um, da hielt er mich plötzlich am Arm zurück.

Verdammt!!
Es kribbelte wieder, überall.
Von Kopf bis Fuß, in meinem Bauch am stärksten - ich hielt das nicht aus.
Obwohl er ja mit meiner Freundin zusammen war, fühlte ich immer noch was für ihn, aber ich traute mich nicht, es ihm zu sagen.

Ob die beiden noch zusammen sind, weiß ich nicht.
Ob er wusste, dass ich etwas von ihm wollte, weiß ich nicht.

Seither sind zweieinhalb Jahre vergangen und ich habe immer noch keinen Freund - ob es an ihm liegt?

Wenn ich zu dieser Frage Antwort hätte, hätte ich das hier wahrscheinlich nie geschrieben.

In Liebe

Zizilia

Hinweis: Die Namen wurden erfunden (möchte niemanden in Schwierigkeiten bringen).Das mein Name mit 'Z' beginnt, ist fictiv - es passte gerade so gut in den Handlungsstrang, deshalb nahm ich es mit auf.




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Kommentare

Marry-Jane

23.10.2011 19:22:56

Das ist ja sehr traurig, ich weiß wie du dich fühltest das ist bei mir lehmlich so.


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